[Unterwegs] Frankfurter Buchmesse 2017

Heute ist es bereits wieder eine ganze Woche her, seitdem ich dieses Jahr meine Füße auf Messe-Boden gesetzt habe. Es ist immer auf’s neue ein atemberaubendes Gefühl in eine Welt voller Bücher und Gleichgesinnten einzutauchen. Als Besucher wird man sofort in den Bann gezogen und würde am liebsten nie wieder gehen. Doch jeden Sonntag zerbricht dieser Traum auf ein Neues. Diese wundervolle Welt spuckt uns wieder aus, wir kehren zurück in die Realität. Auch mich hat der Alltag schnell wieder eingeholt. Bereits Montags startete für mich ein neues Semester und so die gewöhnliche Routine. Doch ein wenig war ich auch froh über diesen Umstand. Nach all der freien Zeit, der stressigen Hausarbeitsphase und den vielen Eindrücken durch diverse Urlaube, werden mir die nächsten routinierten Woche neue Kraft geben können. Außerdem kann ich so wieder bewusster Zeit zum Lesen finden. Da hat doch jede Phase im Leben sein Gutes. Aber zurück zum Thema: die Frankfurter Buchmesse 2017.


DIE ANREISE/ANKUNFT AM MESSE-SAMSTAG

Für mich und meine Mutter Susann startete die FBM dieses Jahr leider erst am Samstag. Noch bis Freitag abends war ich nämlich mit Familie und Freunden für eine Woche im Center Parcs Erperheide gewesen. So hieß es abends noch schnell Koffer umpacken und ab ins Bett. Um morgens noch genug Zeit vor dem ersten Termin zu haben, reisten wir bereits gegen 9 Uhr in Frankfurt an. Trotz Koffer passierten wir die Sicherheitskontrolle sehr zügig. An sich verstehe ich vollkommen, wieso es solche Durchsuchungen gibt. Außerdem freut es natürlich jeden, wenn es so schnell wie möglich von statten geht. Doch gleichzeitig fragte ich mich beim Passieren der Kontrolle, wie sollte man bei einer so oberflächlichen Durchsuchung etwas von Bedeutung finden?

Direkt nach der Kontrolle begaben wir uns zur Gepäckabgabe unseres Vertrauens. Nachdem wir kurz vorher über Twitter noch erfahren hatten, dass dieser Vorgang für die Presse kostenlos war, konnten wir dieses Jahr direkt mal ein paar Euros sparen. Tolle Sache von der FBM! Da wir nun noch immer ein wenig Zeit vor unserem ersten Termin hatten, beschlossen wir ein wenig durch Halle 3.0 zu schlendern. Und Wahnsinn! Wie leer die Buchmesse morgens sein kann. Freies Atmen, Laufen ohne von Menschen über den Haufen gerannt zu werden, ein Traum. Bisher waren wir das lediglich von den letzten Stunden des Messe-Sonntags gewohnt. Aber in den Morgenstunden zum Aklimatisieren war das wirklich sehr angenehm.

Außerdem schauten wir noch spontan beim Books on Demand Bloggerfrühstück vorbei. Der Koch zauberte dort leckere Kleinigkeiten & war hierbei auch noch super sympathisch drauf! Er hat ganz offensichtlich wirklich Spaß an seiner Arbeit & der Kommunikation mit anderen. Für meine Mutter gab es dann auch noch einen toll gestalteten Kaffee.

EXKLUSIVE VORABPREMIERE

Gegen 11 Uhr stand dann unser erste Buchmesse-Termin auf der Agenda. Fernab von den großen Hallen, die sich mittlerweile immer weiter mit Menschenmassen füllten, begaben wir uns in einen der auf den Zwischenebenen liegenden Raum. Hierbei fühle ich mich ja immer ein klein wenig „wichtig“. Ein normaler Besucher setzt eher seltener einen Fuß auf diese Ebenen. Schließlich sind diese zum Teil sogar etwas von den Rolltreppen aus abgesperrt. Umso genialer das Gefühl dort weiterlaufen zu dürfen. Zumindest für mich sind diese kleinen „Star Momente“ richtig genial & ich erfreue mich stets auf’s Neue an diesem kurzweiligen Gefühl. Außerdem sind auf diesen Zwischenebenen die Toiletten um einiges leerer! Als Frau gar kein so unwichtiger Faktor, oder? 😉
Bereits im Vorhinein hatte ich vom Rowohlt Verlag ein Exemplar des neuen Romans von Stephan M. Rother zum Vorablesen erhalten. Die ersten paar Seiten von „Die Königschroniken I – Ein Reif von Eisen“ schaffte ich auch pünktlich zur Buchmesse zu lesen. Das Buch erschien übrigens vorgestern (20. Oktober 2017).

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Stephan M. Rother liest aus „Königschroniken -Ein Reif aus Eisen“ – live dabei: seine Facebook-Follower!

Während dem Gespräch mit dem Autor erfuhren die anwesenden Blogger auf humorvolle Art und Weise einiges über die Hintergründe, sowie die Entstehungsgeschichte des Buches. Aber auch ein kleiner Ausblick auf die zukünftigen drei weiteren Teile beziehungsweise deren Titel wurde uns gestattet. Im Mittelpunkt stehen übrigens starke Frauen, was dem Autor von Anfang an sehr wichtig war.
Stephan M. Rother ist ein wirklich sehr sympathischer Autor, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ein klein wenig chaotisch, aber dafür umso leidenschaftlicher berichtete er uns von seiner neuen Reihe.

Passend zum Buch war seine Ehefrau so lieb kleine Gebäcke für uns Blogger zu backen. Wahnsinn, waren die lecker! Ich fühlte mich direkt an Weihnachten erinnert.

Im Anschluss an eine kleine Lesung aus dem Buch, durften wir Blogger unser Exemplar des Buches signieren lassen. An dieser Stelle nochmal ein riesiges Danke an den Rowohlt Verlag für unser neues, fertiggestelltes Exemplar von „Ein Reif von Eisen“! So konnten sowohl meine Mutter, als auch ich jeweils ein eigenes Exemplar signieren lassen. 🙂

OPEN STAGE

Obwohl wir uns bei Stephan M. Rother ein wenig mehr Zeit gelassen & beinahe als die letzten den Raum verlassen haben, hatten wir zum Glück noch ein wenig Zeit den lieben Henrik (zu ende gelesen) zu treffen. Wir beide kennen uns mittlerweile schon ein paar Jährchen und kommen sogar aus einer Ecke in Deutschland! Wir planen nun definitiv wieder häufiger wtwas gemeinsam zu unternehmen. Darauf freue ich mich wirklich sehr. Denn der Austausch mit anderen Bloggern über das Internet ist zwar schön und gut, aber dieser persönliche Austausch fehlt mir doch von Zeit zu Zeit sehr.

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Im Anschluss ging es dann aber relativ schnell schon zur Open Stage. Denn bevor die grandiose Cassandra Clare erscheinen sollte, standen noch Margie Kinsky & Bill Mockridge auf dem Plan. Hierauf war zwar besonders meine Mutter gespannt, doch auch ich wurde super unterhalten von den beiden. Bisher konnte ich mehr mit zwei ihrer Söhne etwas anfangen: Luke (Comedy) und Jeremy (Fred aus „Die Wilden Hühner“) Mockridge.

Danach betrat dann Nicholas Sparks die Bühne, also kein Wunder, dass so viele weibliche Besucher sich um die Open Stage tümmelten. Mich persönlich interessierte dieser internationale Autor zwar eher weniger, aber ich war dennoch nicht gelangweilt von dem Gespräch. Während sich nach und nach der Bereich um die Bühne weiter füllte, beschloss ich, mir Cassandra Clare aus der nähe anzuschauen. Während ich meiner Mutter einen der raren Sitzplatz in der Menge ergatterte, setzte ich mich beim Eintreffen Clares direkt VOR den Wellenbrecher. Ich saß also noch vor der ersten Reihe direkt in unmittelbarer Nähe der Bühne.

Blick vom Sitzplatz meiner Mutter aus

Ein wenig nach dem Motto „dreist gewinnt“ dachte ich mir „Hey, sonst wuselt doch auch immer die Presse so weit vorne rum. Wieso dann nicht auch ich?“. Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, fragte ich einen der Security-Leute (die im Vergleich zu Nicholas Sparks nochmal etwas aufgestockt wurden), ob das in Ordnung wäre. Dieser zuckte jedoch nur mit den Achseln und meinte etwas in die Art „Weiß ich nicht, ist mir aber auch egal/stört mich nicht.“. Und schwupps, saß ich ganz vorne. Für mich natürlich super genial, doch diese ahnungslose und geradezu gleichgültige Antwort des Security-Mannes fand ich dann doch ein wenig irritierend. Schließlich könnte sich so ja wirklich jeder einfach in die direkte Bühnennähe begeben.

CASSANDRA CLARE LIVE

Dann war es endlich soweit. Cassandra Clare betrat die Bühne, das Publikum erstreckte sich weit über das Zelt hinaus. Im Wechsel interviewte die Autorin Mona Kasten bilingual Cassandra Clare, welche selbst aus ihrem neuen Werk vorlas, sowie auf Deutsch der Schauspieler Bastian Hagen. Mona Kasten entlockte der amerikanischen Autorin innerhalb der nächsten Stunde einige tolle eigene Meinungen zu den Charakteren und ihren geplanten nächsten Reihen (es werden letzten Endes fünf! Reihen aus dem Shadowhunters-Universum existieren). Es war wirklich ein kleines Highlight die Autorin live zu sehen. Sie schien sich wirklich aufrichtig über all die deutschen Fans freuen. Denn auch später im Nachhinein bedauerte sie es auf ihren Social-Media-Kanälen aufrichtig, die Signierstunde verlassen zu müssen, bevor alle in der Schlange stehenden es bis zu ihr nach vorne geschafft hatten. Da ich persönlich lieber das Gespräch mit ihr verfolgen wollte & anschließend beim Anblick der riesigen Schlange beinahe geschockt war, beschloss ich sehr schnell, mich nicht auch noch hintendran zu quetschen. Zurecht, wie ich später erfuhr. Denn wer sich erst im Anschluss an die Veranstaltung angestellt hatte, war im Grunde bereits Chancenlos auf ein Autogramm gewesen. Da ich nicht live dabei war, werde ich hier nicht über die Zustände während des Anstehens berichten, jedoch habe ich viel negatives vernommen. Besonders an den Veranstaltern und der Security wurde scheinbar einiges an Kritik geübt.

Ohne diese Erfahrung blieb das Ereignis mit Cassandra Clare für mich zum Glück in positiver Erinnerung. Natürlich fand ich es dennoch sehr schade, kein Autogramm oder gemeinsames Foto mit dieser fantastischen Autorin ergattern konnte. Aber man kann einfach nicht alles haben.

BLOGGER TREFFEN

Ein weiteres kleines Highlight fand nach einer kleinen Stärkung im Innenhof schließlich im Foyer von Halle 4 statt. Im Vorfeld hatten sich auf Twitter einige Blogger (fast 40!) zusammengetan und ein kleines Treffen organisiert. Besonders viel an Organisation in die Hand genommen hat dafür übrigens Emily (Stopfis Bücherwelten) – tausend Dank dafür!

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Foto über Literatouristin

Besonders gefreut habe ich mich übrigens darüber endlich mal Vera (Chaoskingdom), Charline (Sternenbrise), Franzi (Buechereckenliebe), Anna (Ink of Books), Pascale (heart.beat.life), Elodie (Mein Leseblog) und Bianca (Literatouristin) kennen zu lernen. Aber auch über alle anderen neuen Bekanntschaften habe ich mich riesig gefreut! So viele unterschiedliche Blogger auf einem Fleck, es war einfach der Wahnsinn. Ich freue mich schon riesig auf ein nächstes Zusammentreffen mit euch allen. Bis dahin bleiben wir aber hoffentlich auch über Social-Media/unsere Blogs in Kontakt. 🙂

DAN BROWN LIVE

Abends wartete dann erneut ein Highlight auf meine Mutter und mich. Wir hatten uns bereits vor der Buchmesse Tickets für diese exklusive Abendveranstaltung gesichert. Da es eine freie Platzwahl gab, waren wir bereits zeitig vor Ort. So konnten wir auch – zumindest für uns – noch ziemlich gute Plätze ergattern. Die Zeit bis zum Beginn der Show verbrachten wir mit quatschen über den vergangenen Tag, sowie das Aufarbeiten all der neuen Beiträge auf Twitter und Instagram. Doch dann ging es auch schon los. Die Show mit Dan Brown wurde übrigens aufgenommen und einen Tag später im Fernsehen gesendet.

Auf der Bühne nahmen der Moderator, ein Tatort Komissar, sowie Dan Brown platz. Es folgten über unterhaltsame und spannende eineinhalb Stunden hinweg ein tolles Gespräch mit Dan Brown über seine Bücher im Allgemeinen und Origin im Fokus, sowie eine Einführungslesung von Dan Brown persönlich! Die weiteren Szenen aus Origin las anschließend der geübte Schauspieler vor.

Meine Mutter und ich fühlten uns sehr gut unterhalten, die Zeit verflog wie im Flug. Plötzlich war unser erste Messe-Tag schon wieder vorbei und völlig erschöpft, aber glücklich begaben wir uns in unser gebuchtes Hotel. Da wir bereits letztes Jahr damit sehr zufrieden waren, hatte es uns auch dieses Jahr wieder in ein ibis Hotel verschlagen. Mit Süßigkeiten und einer Flache Cola machten wir es uns dann noch auf de Hotelzimmer ein wenig gemütlich. Völlig unerwartet bezogen wir zwar ein behinderten freundliches Zimmer samt extra Bett, was uns besonders im Bad ein wenig merkwürdig vorkam, doch an dem Zimmer an sich war sonst wie immer nichts auszusetzen.

KAUM BEGONNEN, SCHON WIEDER VORBEI

Am nächsten Morgen starteten wir dann gemütlich in den zweiten und bereits wieder letzten Buchmesse-Tag. Zum Einen ließen wir uns ein wenig ablichten, so zum Beispiel bei Thalia. Dort konnte man für sein eigenes Lesezeichen posen – sehr cool! Den Vormittag verbrachten wir zum Großteil wieder im Außenbereich der Buchmesse. Im Lesezelt entspannten und lachten wir bei der Lesung zum Roman href=“https://www.rowohlt.de/taschenbuch/florian-schroeder-frauen-fast-eine-liebeserklaerung.html“ target=“_blank“ rel=“noopener“>Frauen. Fast eine Liebeserklärung“ von Florian Schroeder. Nebenbei konnte man prima den riesigen Ansturm auf den Yogi Tea beobachten. Anschließend ergatterten wir uns spontan eine der tollen Goodie Bags von Paddington Bär! Darauf diese köstlich aussehende Marmelade zu probieren freuen wir uns schon sehr!

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Möglicherweise allein durch den Anblick dieser Marmelade hungrig geworden, stürzten wir uns auf den Nudel Stand, der mit einer großen Auswahl an drei Nudelsorten, sowie drei verschiedenen Saucen aufwartete. So konnte jeder Besucher seine individuelle Kombi wählen. Generell bietet einem die Buchmesse eine große Vielfalt an Essensmöglichkeiten, was ich ziemlich gut finde. Klar, über den Preis brauchen wir dahingehend nicht zu reden.
Eine wichtige Station am Sonntag war dann der Illuminat, den wir seit ein paar Jahren regelmäßig auf der Frankfurter Buchmesse besuchen. Für eine kleine Spende bekommt jeder Besucher eine wahnsinnig schöne Illustration in Rekordzeit gezeichnet! Wie immer erhielten wir auch dieses Jahr wieder kreative Ergebnisse als Antwort auf unsere beschriebenen Wunschzettel. Wer sich die kleine Wartezeit so gemütlich wie möglich gestalten möchte, sollte übrigens am gegenüber liegenden Thüringer Stand vorbeischauen. Gegen eine kleine Spende erhält man dort Kaffee, kalte Getränke und Kekse. Vorteil: Man hat den Illuminat Stand und somit seine Illustrationen perfekt im Blick.
Anschließend sind wir noch ein wenig durch die Hallen gestöbert, denn schon bald wurde es für uns wieder Zeit sich auf den Heimweg zu begeben. Zwar hatten wir kurzfristig noch vor uns in Halle 3.0 eins der Bücher zu kaufen, welches wir am Samstag morgen gesichtet hatten, jedoch fanden wir es vor lauter Bücherüberangebot nicht wieder. Den Verlag und exakten Titel hatten wir uns leider nicht notiert & vor lauter Bücher verloren wir zu schnell die Orientierung innerhalb der Halle. Samstags konnten wir das Buch ja leider nicht direkt kaufen. Eine Kleinigkeit, die meiner Meinung nach in Leipzig durchaus besser gelöst ist.

RÉSUMÉ

Wie ihr seht, haben wir dieses Jahr versucht weniger, dafür aber mit Bedacht ausgewählte Veranstaltungen in den Terminkalender einzutragen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es den ganzen Messe Besuch wirklich um einiges angenehmer gemacht hat, so locker an die Sache ran zu gehen. In den letzten Jahren artete einfach immer viel zu viel Stress während der Buchmesse bei uns aus. Dabei soll die Messe doch vor allem eins: Spaß machen! Somit werden wir dieses Vorgehen auch für die kommenden Buchmessen weiterhin in Erinnerung behalten, um auch diese in vollen Zügen genießen zu können.

P. S. Leider ereilten mich über Twitter viele Nachrichten über den Zwischenfall mit Nazis auf der Buchmesse. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich mit dieser Auseinandersetzung nicht direkt konfrontiert wurde. Aus diesem Grund kann und möchte ich nicht weiter darauf eingehen. Jedoch hat Anna ein wenig darüber geschrieben: Nazis auf der FBM, das Paradoxon der Intoleranz und die Reaktionen darauf.

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